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Barf

Routinier

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1

Sonntag, 30. April 2006, 12:40

Mein analoger Mehrkanalumschalter

Hallo,

das Thema hochwertiger analoger Mehrkanalumschalter ist in ein Paar Threads früher diskutiert worden. Am intressantesten finde ich diesen.

Ich werde demnächst meine Lösung vorstellen. Vier Teilen sind geplant:

  1. Problematik und Anforderungen,
  2. Komponentenauswahl,
  3. Die Lösung,
  4. Optischer Feinschliff.
    [/list=1]

    Teil 1.-3. kommt hoffentlich heute; Teil 4. ist noch nur in Plahnung, und wird sicherlich ein Paar Wochen auf sich warten lassen.

    Teil 1. Problematik, Ist-Zustand und Anforderungen

    Ich bin sowohl DVD-Audio als auch WMV-HD-Entusiast. (Dagegen habe ich mich entschlossen, bis weiteres "brauche ich" SACD nicht; die einzige für mich intressante Aufnahmen auf SACD die nicht auf DVD-Audio gibt sind Pink Floyd und Weather Report)).

    Deswegen brauche ich ein 6/8-Kanal analoger Umschalter. Sachen werden mehr kompliziert indem "Windows" eine andere 7.1-Aufstellung als Dolby etc hat: "Side" und "Surround" statt "Surround" und "Back Surround".

    Die alte Lösung war eine umgebaute off-the-shelf mechaniche Audio/Video box, siehe diese Seite.

    Nachteile mit der alte Lösung:

    • Unpraktisch. Auf Fernbedienbarkeit kann mann in Prinzip verzichten, aber hinter dem Fernseher zu kriechen beim Umschalten? :cry:
    • Möblierungstechnisch eine Katastrofe mit einer Kiste los am Boden mit 8+8+6=22 Leitungen(!)
    • Störungsempfindlichkeit fraglich,
    • Überhaubt "uncool" und häßlich.

    Anforderungen an eine neue Lösung:

    1. Soll die Form eines HiFi-Gerätes besitzen, und optisch und mechanisch zu den Vorhandenen zusammenpassen,
    2. Am bestens nur Relais im Signalweg,
    3. 6 Kanäle (DVD-Audio) + 8 Kanäle (HTPC) Eingang; 8 Kanäle Ausgang.
    4. Möglichkeit Back-Surround am Surround umzuleiten (siehe oben). (Dabei werden BS stumm.)
    5. Möglichkeit die BS mit S zu füttern; um DVD-Audio von 8 Lautsprechern zu hören.
    6. Möglichkeit C und SW am BSL bzw. BSR umzuleiten (für 2+2+2).
    7. (IR-)Fernbedienbarkeit wünschenswert, auch wenn nicht unbedingt erforderlich. RS-232 und Funkfernbedienbarkeit ist kein Nachteil, aber nicht wirklich erforderlich.
    8. Beim Ausgeschaltetes Gerät soll DVD-Audio durchgeschliffen werden (falls möglich).
    9. Zukünftig umbaubar und erweiterbar.
    10. "Harter" Netz-Schalter.
      [/list=1]

      In dem nächsten Teil werden Alternative diskutiert, und Komponenten festgelegt.

Barf

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2

Sonntag, 30. April 2006, 14:03

RE: Mein analoger Mehrkanalumschalter

Teil 2. Komponentenauswahl
Merkwerdigerweise gibt es (sofern ich weiss) von Vivanco/Hama/Oelbach und Konsorten keine Mehrkanalaudioumschalter, und auch nicht von z.B. AL-Kableshop. Möglicherweise könnte mann mehre Umschalter parallel benutzen, um so auf 6 oder 8 Kanäle zu kommen.

Zektor bietet 6-kanalige relaisbasierte Audio-Video-Umschalter an, die sich auch als 6-Kanalige Audioumschalter benutzen läßt. Diese haben ein sehr guten Ruf in Internetforen. Der Billigste (HDS4.1) ist mit 286 USD (mit 230 V-taugliches Netzteil) zu haben. Leider sind sie nicht in Deutschland vertreten, sondern die Geräte müssen von USA oder England importiert werden.

Das Gerät wurde meine Anforderungen 1., 2., 7., 8. (?), 10.(?) glänzend erfüllen, leider nicht 3.-6., so dass irgendwie "Fummelei" wieder angesagt wird.

Bleibt also Selbstbau. Zu diesem Thema gibt es diesen Thread, wo Cybergent einige gute Ratschläge gibt (Danke Cybergent :respekt: ). Ich habe gewählt, die von Cybergent vorgeschlagene relais Omron G5V2 5 Volt zu benutzen, aber als umschalter, nicht in T-Konfiguration.

Bitmonsters inzwischen berühmte IR-Steuerung hat mich überzeugt, nicht nur durch die Fähigkeiten, sondern auch durch den ziemlich reife Zustand (inklusive Dokumentation). :respekt: Leider fehlt noch die versprochene Veröffentlichung der Quellcode des Firmwares. Aufwand und Preis für eine Bitmonster IR-Steuerung ist wahrscheinlich nicht wesentlich höher als für geeignete Switches am Frontpanel (die in einem IR-Lösung entfallen kann).

Aus Anforderung 9. habe ich beschlossen, in Wesentliches Lochrasterkarten zu benutzen.

Ein Gehäuse, das Anforderung 1. genügt, war nicht einfach. Typische "Laborgehäuse" bei Reichelt und Conrad sind einfach nicht Heimkinotauglich. "HTPC-Gehäuse" sind teuer, und ich konnte sowieso nicht etwas direkt passende finden. Ich habe mich überlegt, mein sowieso nur partiell funktionierende, und inzwischen veraltete Panasonic DVD-A350 auszuschlachten; hat aber zu unterschiedliche Bohrungen und ist unnötig hoch. Bei Ebay habe ich aber ein defekter Sony "Kreuzschiene" SB-V500 ersteigert (? 5,50). (Siehe Photos!). Diese hat genau die richtige Maße, passende Bohrungen am Backpanel, richtige Farbe (schwarz), und, ins Besonderes, ein sehr stabililes Stahlgehäuse. Ausser das Gehäuse habe ich nur Netztrafo, Netzschalter und die Chinch-Buchsen, sowie eine Frontplatine (für Frontpanel LEDs) behalten.

In Teil 3. wird das Ganze zusammengebaut.
»Barf« hat folgende Bilder angehängt:
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Barf

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3

Sonntag, 30. April 2006, 15:29

Teil 3. Die Lösung.
Die Backplate braucht neue Löcher für die DB9-Buchse und Netzsteckerbuchse (das Gerät kam mit festem Netzkabel -- ich hasse sowas). Sonst hat die Backplate zu viele Löchern. Ich habe deswegen sie mit alkor Designfolie in "Brushed Steel"-Look überklebt. Wirklich wie geburstetes Edelstahl seht es vielleicht nicht aus, aber trotzdem vielleicht nicht so schlecht --- war ein Experiment. Siehe die Bilder.

Die Chinch-Buchen von der alten Platine waren entlötet -- nur die Alten passen perfekt zu den Löchern in der Backplate. Ich habe ein Rasterkarte pro Eingang/Ausgang benutzt.

DVD-Audio ist rechts (von vorne gesehen) angeschlossen, zu einer kurze Karte. Hier habe ich eine alte runde IDE-Kabel zweckentfremdet. Das Kabel geht zu der mittlere Karte, wo der HTPC angeschlossen ist. Diese Platine enthält alle Relais. Ich habe versucht, der Design so logisch und nachvollziebar wie möglich zu halten, ohne "Optimierungen". Deswegen kommen die Relais in "Reihen". Die erste Reihe (von hinten gezählt) wählt zwischen DVD-Audio und HTPC. SBL und SBR bei DVD-Audio sind ja natürlich stumm (geerdet). Nächste Reihe macht die in Teil 1. (Anforderung 4.) beschriebene Side-Remapping: SL = SBL, SR = SBR, SBL = SBR = 0. Die dritte Reihe macht die in Teil 1. (Anforderung 5.) beschiebene Futtern der Surround Backs mit Surround: SBL = SL, SBR = SR. Reihe 4. macht die "Dabringhaus-mapping" (Anforderung 6.): SBL = C, SBR = SW, C = 0, SW = 0.

Erde von den Eingängen sind einfach zusammengeschlossen, ohne Switching.

Die Relaisplatine wird mit einem 50-polige Flachbandkabel (zweckentfremdetes SCSI-Kabel!) zu der Ausgangsplatine verbunden. Diese seht erstmals merkwerdig leer aus, dies ist für eventuelle zukünftige Erweiterungen (Anforderung 9.). Auch wegen zukünftige Erweiterungen hat die DVD-Audio-Eingang (nicht angeschlossene) Chinch 7 und 8, und der Ausgang nicht angeschlossene Chinch 9 und 10 (weil Bohrungen und Chinch-Buchsen sowieso vorhanden war).

Die Bitmonsterplatine war in Wesentlichen nach dem Bitmonsterguide gebaut. Unterschiede sind nur dass meine Plation die Gleichrichterdioden enthält, und dass ich die Relais auf stabilisieren 5Volt betreibe (der 7805 ist für 1 Ampere gut, dies ist mehr als ausreichend).

Das Kabel von der DB9-Buchse ist absichtlich unnötig lang; falls ich in der Zukunft Bitmonsterschaltungen baue, die über keine eigene Solche besitzen.

Die Platine hinter dem Frontpanel dient als Halterung für 8 LEDs, ein für Power, jeweils ein (orange) für die vier Kanäle oben beschrieben. Danach gibt es noch drei LEDS, die z.Z. zwar angesteuert werden kann, aber sonst keine Funktion haben. Auch der TSOP1736 sitzt auf dieser Platine.

Dadurch ist eine Lösung entstanden, die sämtliche Anforderungen oben erfüllt. Möglicherweise ist die Erfüllung von 1. etwas fraglich, weil das Gehäuse, mit viele unnötige Löchern und irreführende Beschriftung, sowie sehr starke Gebrauchsspuren, etwas "doof" ausseht. Eventuell werde ich mir hier eine Frontplatte von Schaeffer machen lassen. Und die Abdeckung lackieren (lassen?). Dies ist das Thema von Teil 4. (Erst in ein Paar Wochen...)
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Cybergent

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Sonntag, 30. April 2006, 21:37

Hast Du bei den vielen langen Flachbandkabeln und langen Platinenwegen keine Sorgen hinsichtlich kapazitiver Übersprechdämpfung (Kanaltrennung), Antennenwirkung (Funkeinstreuung) oder Brumm?
Da könnte sogar der Quarz des Microcontrollers reinstören.

Ich würde sowas ja eher möglichst kein und mit kurzen Verbindungen bauen, bzw. den Digitalteil vom Audiobereich abkoppeln (Schirmblech).

Auch wäre es interessant, die Leiterplatten von unten zu sehen. ;)





Freundliche Grüße,

:silly: Cybergent :silly: © ....(ohne "a")

.

Barf

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Montag, 1. Mai 2006, 10:41

Nein, ich halte nicht kapazitiver Übersprechung und Antennenwirkung für ein Problem. Falls du andere meinung bist bin ich gerne bereit deine Argumente anzuhören. Brumm: Ich habe bewußt auf geschirmte Kabeln in Gerätinnere verzichtet: ist so fummelig. Alles sitzt in einer ordentlichen Blechdose, die Schirmwirkung bringt. Letztendlich würde ich Brummen hören, habe aber nicht solches feststellen können.

Zitat

Da könnte sogar der Quarz des Microcontrollers reinstören.

bzw. den Digitalteil vom Audiobereich abkoppeln (Schirmblech).

Hmmm... Der PIC sitzt auf eine eigene Platine, die einzige Signale die sie verlassen sind die Relaissteuerungen (= DC). Schirmblech halte ich für übertrieben. Ich habe keine Störungen bemerkt.

Zitat

Auch wäre es interessant, die Leiterplatten von unten zu sehen. :Augenzwinkern:

Kommt, aber nicht heute... Die Pinlayout der Relais war leider nicht ganz so gut geeignet für die Streifen an den Platinen...

Barf

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6

Donnerstag, 23. November 2006, 22:17

RE: Mein analoger Mehrkanalumschalter

Zitat

Original von Barf
... Teil 4. ist noch nur in Plahnung, und wird sicherlich ein Paar Wochen auf sich warten lassen.

Naja, von "ein Paar Wochen" ist fast sieben Monaten geworden... :hehe: Endlich... hier ist ...

Teil 4. Optischer Feinschliff

Fehlt nur Anforderung 1. Wie Mann von frühere Teile entnehmen kann, sah die originale Frontplatte ziemlich furchterlich aus. Ich habe deswegen eine neue Frontplatte entworfen und von Schaeffer bestellt. Ein-einhalb Woche später war sie da, und hat mir 42 Euro gekostet (inkl Porto und Mwst). Das Ergebniss kann sich sehen lassen. Möglicherweise sind die Kanten etwas unschön. Die Frontplatte ist mit 4 M3-Schrauben in das original Kunstoffteil befestigt. Es hat sich gezeigt, dass die original LEDs sich tief hinter die Platte befindete. Es sah nicht gut aus; im Original war das Licht durch "semitransparente" Kunstuffteile geleitet. Ich habe anstatt die LEDs gegen neue, mit längere Beine, ausgetauscht -- und dabei blaue LEDs benutzt. Bemerkunswert ist so hell sie sind: um die Lichtstärke heimkinotauglich zu bekommen war es notwendig 10kohm bei 5 Volt Versorgunsspannung zu benutzten (5-3.6)/10000 = 0.00014 A = 0.14 mA!

Tja, jetzt ist das Ding eigentlich fertig. Für die Zukunft gibt es sicherlich eine Möglichkeit/Risiko dass ich etwas völlig Anderes im Gehäuse einbaue: Platz, Strom und vier unbenutzte Fernbedienungskanäle gibt es ... :jump:
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