Fury - Herz aus Stahl

    • Blu-ray

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    • Fury - Herz aus Stahl

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      Hallo,

      hier mal wieder ein neuer Beitrag aus dem Kriegsgenre. Die Blu-ray ist ab dem 07.05. im Handel, für das Review wurde mir vorab ein Probeexemplar zur Verfügung gestellt.

      Film: April 1945, der 2. Weltkrieg ist fast zu Ende. In den letzten Kriegstagen muss sich Brad Pitt als Kommandant eines Sherman-Panzers auf deutschem Boden mit den Resten der noch kämpfenden deutschen Soldaten auseinandersetzen...

      "Fury - Herz aus Stahl" ist ein im Grunde fesselnder, schonungsloser und actionreicher Kriegsfilm, der vieles richtig macht. Insbesondere von den Effekten her und in atmosphärischer Hinsicht vermag der Genrebeitrag zu überzeugen. Leider versagt der Film jedoch auf ganzer Linie hinsichtlich Realismus und Korrektheit, was diverse historische und militärische Aspekte angeht. Nachdem die US-Beiträge dieses Genre in den letzten Jahren um eine gewisse Ausgeglichenheit und mehr Realismus bemüht waren, reduziert sich "Fury - Herz aus Stahl" auf ein uraltes Hollywood-Muster, das wir so eigentlich schon aus den Cowboy und Indianerfilmen kennen. Die US-Soldaten (früher die Cowboys oder Kavalleristen) sind die übermenschlichen Helden, die deutschen sind nichts weiter als gesichtsloses Kanonenfutter (früher die Indianer), das vom Kriegshandwerk nicht zu verstehen scheint. Selbst ein ganzes SS-Bataillon ist nicht in der Lage einen bewegungsunfähigen US-Panzer ohne jeglichen Begleitschutz von Infanterie auszuschalten. Da kommt über den stundenlang dauernden Kampf keiner auf die Idee den Panzer von der Seite oder von hinten anzugreifen, stattdessen greifen die deutschen Soldaten immer wieder die mit MGs geschützte Vorderseite des Panzers an. Panzerfäuste oder Scharfschützengewehre werden nur zum dramaturgisch richtigen Zeitpunkt eingesetzt und dann natürlich auch noch falsch. Und wenn man dann doch mal zu einer der Luken des Panzers vordringt, dann schaut man erst einmal mal in den Panzer hinein, statt die Besatzung sicherheitshalber mit einer Granate auszuschalten. Die Liste lässt sich beliebig fortsetzen, in diesem lange andauernden Finale ist so ziemlich alles und jede Einstellung unkorrekt. Davor kommt es noch zu einem Panzerkampf, bei denen vier Sherman-Panzer gegen einen deutschen Tiger-Panzer antreten. Diese Kampfszene ist zwar ebenfalls spektakulär in Szene gesetzt und nett anzuschauen, jedoch aus militärkampftechnischer Sicht vollkommener Unfug, ohne hier auf die zahlreichen Details einzugehen. All diese Aspekte spielen keine Rolle, wenn man den Film als reinen Action- oder Unterhaltungsfilm betrachtet. Wenn man aber von diesem Genre eine gewisse militärische und historische Genauigkeit erwartet, dann lässt der Film so ziemlich nichts aus, um einen zu enttäuschen.

      Losgelöst von diesen beiden zentralen Kampf- und Actionszenen ist der Film bemüht, den Krieg von seiner unmenschlichen und realistischen Seite her zu zeigen. Dabei zeichnet er ein eher melancholisches Bild, bei dem die Amerikaner nicht unbedingt als saubere Helden dargestellt werden (u.a. Erschießung von Gefangenen), was dem Film in den USA einiges an Kritik eingebracht hat. In diesem unmenschlichen Umfeld mit Bibelsprüchen, Kriegswahnsinn und menschlicher Verwahrlosung funktioniert der Film von der humanen Seite her ganz gut, was sicherlich auch an den soliden Darstellern liegt. Neben Brad Pitt, sitzen u.a. auch Shia LeBeouf, Michael Peña und Logan Lerman im Panzer. Doch leider verrennt sich der Film auch hier allzu oft in Klischees. Höhepunkt ist dabei sicherlich (Achtung Spolier) die kurze Liebesgeschichte eines deutschen Mädchens, die sich nach zwei Minuten in ihren vormaligen Feind verliebt und dann fünf Minuten später von der eigenen deutschen Fern-Artillerie in ihrem Wohnhaus weggepustet wird. Solche Szenen sind schlichtweg überflüssig.

      Alles in allem lässt sich der Film in zwei Hälften einteilen. In der ersten Hälfte werden Szenerie und Charaktere verheißungsvoll eingeführt und auch die Atmosphäre vermag zu überzeugen. Die zweite Hälfte gehört dann den beiden großen Kampfszenen, die nach altem Hollywood-Muster actionreich und heldenhaft abgespult werden, sich dabei jedoch fernab jeglicher Logik und Realismus bewegen.

      Bild: Die Bildqualität der Blu-ray sieht einfach gut aus und überzeugt mit einer durchweg hervorragenden Bildschärfe. Beeindruckend ist auch die Darstellung von Details und feinen Texturen. Nur im letzten Gefecht verschwinden einige Details in dem Mix aus Dunkelheit und Rauchgranaten, was in diesen Momenten aber dramaturgisch so gewollt ist. Die Farben sind insgesamt etwas gedämpfter, wie das bei Kriegsfilmen so üblich ist. Die ausgewogenen Kontraste sorgen für ein schön plastisches Bild. Auffällige Bildfehler lassen sich nicht ausmachen.

      Ton: Die Blu-ray ist jeweils mit einer deutschen und einer englischen 5.1 DTS-HD MA Tonspur ausgestattet. In der englischen Originalfassung werden auch einige Passagen in Deutsch gesprochen, vor allem dann wenn Brad Pitt als Kommandant mit der deutschen Bevölkerung oder Gefangenen spricht. Unabhängig davon macht das Original in technischer Hinsicht einen guten und kraftvollen Eindruck. Die Kampfszenen werden genauso dynamisch wie präzise und räumlich dargestellt. Die zahlreichen Surroundeffekte und Umgebungsgeräusche sorgen für eine realistische und stimmungsvolle Atmosphäre. Die Dialoge sind in der Regel gut zu verstehen, während die Panzer in Bewegung sind, muss man aber manchmal schon genau hinhören.

      Fazit: Als reiner Action- und Unterhaltungsfilm vermag "Fury - Herz aus Stahl" durchaus aufgrund der seiner Atmosphäre, der Effekte und seiner ordentlichen Darstellerleistungen zu überzeugen. Wer bei einem Kriegsfilm jedoch einen gewissen Wert auf Realismus und historische Korrektheit legt, der wird hier ein ums andere Mal seine Probleme haben. Von daher ist dieser Kriegsfilm sicherlich ein Genrebeitrag mit ambivalenter Wahrnehmung.

      Film: 6/10 (IMDb 7,7/10)
      Bild: 9,5/10
      Ton: 8,5/10

      Projektor: Sony VPL VW 60
      Blu-ray: Panasonic DMP-BDT 500
      Leinwand: DaVision Cadre light 240cm 16:9
      Audio: Denon AVC-A 1 SE / Boxen: Jamo Two THX-D6 (7.1)
      Raum: Vollständig dunkelblaues Heimkino (7x4 m)
    • Moin

      Treffen sich zwei Nazis:

      'Sollen wir ins Kino gehen?'
      'Nee lass ma, da läuft ein US-Kriegsfilm, in denen verlieren wir eh ständig..' :biggrin:


      @finch
      das ist ja die Crux von anhezu allen Filmen, in denen der lonesome rider das Thema ist.
      Entweder muss man den zu ner Mischung aus McGywer und Chuck Norris aufblasen oder seine Gegner sind zwar seit 30j Profi-Killer, vergessen aber ständig, ihre Knarren zu entsichern..
      Gruss,

      het raetsken
    • Aloha!

      Der Film fängt eindrucksvoll und sehr atmosphärisch an – der Ton ist gut, die Kameraführung lässt den Zuschauer mittendrin dabei sein. Nur leider ist der Film, abgesehen von einer kurzen Panzerschlacht danach, seit dem zwischenmenschlichen Geplänkel ca. zur Mitte des Films vorbei, weil die Dialoge nerven und noch mehr, weil man mit etwas Verstand den Film nicht mehr nachvollziehen kann, weil
      Spoiler anzeigen
      ein nicht mehr manövrierfähiger Panzer sich gegen ca. 200 SS-Soldaten, die gut ausgebildet und ausgestattet erscheinen, zur Wehr setzt und dem lange standhält. Die Soldaten laufen wie die Karnickel umher, um sich einer nach dem anderen abschießen zu lassen. Keiner kommt auf die Idee eines taktischen Angriffs, z. B. von hinten. Niemand schmeißt lange Zeit eine Handgranate in das Vehikel oder setzt Scharfschützen auf die Insassen an. Ständig schauen die Amerikaner aus der Klappe groß und breit hervor, aber fangen sich lange keine Kugel ein.
      Damit nicht genug, erkennt ein SS-Soldat den flüchtenden US-Army-Soldaten unter dem Panzer, nickt freudig und lässt ihn dort verharren, anstatt sich für die eigenen, heftigen Verluste zu rächen oder ihn zumindest in Gefangenschaft zu nehmen. Wie soll man solch einen inhaltlichen Schwachsinn gut finden? Das hat auch nichts mehr mit einem etwas unrealistischen Aktionsfilm zu tun.

      Fazit: Der Film fängt toll an, aber wird dann total schwachsinnig. Überdies sind die Dialoge ab der Mitte nervend und klischeebehaftet.

      Film: 3-
      Ton: 1-
      Bild: 1-

      Nachtrag: Finch, ich las Deine Rezi nach dem Schreiben, Du hast nahezu dieselben Punkte herausgearbeitet, wie ich sehe. :thumbs: Ich finde allerdings, dass Du große Teile „spoilern" solltest, weil Du nahezu die ganze Handlung vorwegnimmst.
      Gruß Mickey

      Grundlage meiner Filmbewertungen: Abiturnotensystem 1 – 6 (15 – 0 Punkte)
    • Spoiler anzeigen
      Ohne den Film zu kennen mal eine kleine Anmerkung zur Historie:
      "The Germans scored a direct hit on an M10 tank destroyer, setting it alight, forcing the crew to abandon it.[66] Murphy ordered his men to retreat to positions in the woods, remaining alone at his post shooting his M1 carbine and directing artillery fire via his field telephone while the Germans aimed fire directly at his position.[67] Murphy mounted the abandoned, burning tank destroyer and began firing its .50 caliber machine gun at the advancing Germans, killing a squad crawling through a ditch towards him.[68] For an hour, Murphy stood on the tank destroyer returning German fire from foot soldiers and advancing tanks, killing or wounding 50 Germans. ..." aus en.wikipedia.org/wiki/Audie_Murphy

      Sicherlich ist so ein Film dick aufgetragen, aber manchmal ist das Leben erstaunlicher als die Fiktion.
      grüße
      peterle

      ---

      "I feel sorry for people who don't drink. When they wake up in the morning, that's as good as they're going to feel all day."
    • Mir ist eh nicht ganz klar, wie jemand dazu kommt über Realismus zu schreiben ohne so etwas selbst miterlebt zu haben :confused:
      Ich könnte mir schon vorstellen dass man in einer "auf Leben und Tod" Situation eben anders reagiert wie hundertfach geübt.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von kottan ()

    • kottan schrieb:

      Mir ist eh nicht ganz klar, wie jemand dazu kommt über Realismus zu schreiben ohne so etwas selbst miterlebt zu haben :confused:
      Ich könnte mir schon vorstellen dass man in einer "auf Leben und Tod" Situation eben anders reagiert wie hundertfach geübt.


      Nein, ich habe nicht im zweiten Weltkrieg gegen die Amerikaner gekämpft und ganz sicher "ja", die Menschen reagieren anders unter Todesstress. Deiner Aussage nach kann aber zukünftig niemand mehr eine Einschätzung über diese Ereignisse machen, weil die Teilnehmer schlichtweg ausgestorben sind. Eine Auseinandersetzung oder Erforschung des Themas würde nicht mehr stattfinden, weil die Forschenden der Neuzeit ja selber nicht dabei waren.

      Natürlich hat jegliche Geschichtsforschung das Problem ein korrekten Rekonstruktion der Ereignisse. Und umso weiter die Ereignisse zurückliegen, um so schwieriger wird es. Die Geschichte von Julius Cäser aus heutiger Sicht wird sicherlich noch ein paar mal umgeschrieben werden müssen. Zum zweiten Weltkrieg gibt es aber unzählige Dokumentationen, Zeugenaussagen, Tagebücher, Originaldokumente, Protokolle usw. mit denen sich viele Details rekonstruieren lassen. Und dann gibt es technische Grundvoraussetzungen, die zum Beispiel 1945 im Rahmen einer Panzerschlacht schlichtweg noch nicht vorhanden waren. Das würde ich dann Fakten nennen. Ich bin zudem in einem Alter, indem ich noch die Möglichkeit hatte einige Zeitzeugen selbst zu befragen.

      Schau Dir den Film einfach selbst an. Auch wenn man sich im Vorfeld nicht ausgiebig mit dem Thema beschäftigt hat, wirst Du feststellen, dass die finale Auseinandersetzung vollkommen unrealistisch ist.


      Gruß
      Finch

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Finch ()

    • Unter Realismus in Kriegsfilmen verstehe ich das es dort keine Supermänner wie zb bei Expandables gibt. Die sich ohne Probleme gegen eine gigantische Übermacht durchsetzen. Deswegen fand ich auch die Anfangssequenz bei Private Ryan gut. So stellt man sich Krieg vor. Schmutzig, blutig, nicht heroisch. Aber in Hollywood sieht man das etwas anders. Im Gegensatz zu deutschen Kriegsfilmen wie zb Stalingrad.
    • Ich hab den Film auch gerade gesehen und er hat mir sehr gut gefallen.Nur das Ende ist irgendwie ein Abklatsch wie schon oft gesehen.Ansonsten ein Film den ich sicher wieder gerne ansehen werde.Besonders geil fand ich den Ton:bombastisch ohne zuviel gewummere und viele räumliche Effekte.Ob hier James Ryan besser ist vom Ton glaube ich nicht.Kommt momentan unter die Top10 soundmässig.

      Film: 8,5-9
      Ton: 9.5
      Bild: 8,5
      LG Chrisi
    • Hallo,

      Film 7/10
      Bild 9/10
      Ton 9/10

      Fazit

      Sicher nicht einer der besten Kriegsfilme und sicher nicht in der selben Liga wie ein James Ryan. Bratt Pitt hat mich in seiner Rolle nicht überzeugt und die aufgesetzte Romanze ist völlig überflüssig. Die Kampfszenen sind dafür sehr gut gemacht und wirken in meinen Augen auch realistisch genug. Sogar beim finalen Kampf auf der Kreuzung gibt es nichts zu meckern. Das Ganze könnte sich durchaus so abgespielt haben. Der Ton ist bei den Panzerschlachten gigantisch. Bei den ruhigen Szenen ist mir die Klangkulisse etwas zu fade.

      Gruss
      Zervix
    • Moin!

      Film 2/10 (so ein hirnverbrannter klischeebeladener Müll....unglaublich - guter Ami-Held -böses, deutsches Monster....oh mann, hätte den Film wegen der ganzen armseligen Brad Pitt Sprüche am liebsten vorzeitig ausgemacht) - aber die Hirnausschaltaktion war ganz nett.
      Bild 9/10
      Ton 8/10 (Action Ton gut, aber Dialogszenen kommen soundmäßig irgendwie total flach)

      Fazit:
      Hirnrissige, vollkommen unrealistische Handlung, ein bis zum kotzen nervender Brad Pitt und mittendrin, quasi zur Krönung des Mülls, eine Lovestory (Hollywood halt....)
      Wenn ich coole (hirnverbrannte) Balleraction sehen will, dann lieber zb. Expendables.....
      Wenn ich nen echten und realitischen Kriegsfilm sehen will, dann doch gleich den unübertroffenen Private James Ryan!

      Ach ja: 4 Shermans schaffen letzten Endes einen Tiger zu besiegen - lol, der Tiger hätte genau 4x geschossen und schon wäre dort nur noch amerikanischer Altmetallschrott übrig geblieben.....ich lach mich schlapp, der Brad Pitt Sherman fährt Kreise um den Tiger herum, um in dessen Rücken zu kommen..... OMG....
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    • Hey Bostich

      Über den Film kann man geteilter Meinung sein. Ich fand den jetzt nicht „klischee Müll“. Und ja, die Amis feiern sich gerne selbst, das habe ich während meinen 2 Wochen USA wieder erlebt. Nur: wenn willst du im WW2 den als Held darstellen? Die Gegenseite, sprich Adolf :wink:?

      Zur unrealistischen Handlung: wer sagt denn, dass der Film anspruch auf Realismus hat?

      Ich selbst fand den Film gut, hätte auch auf die Liebesszene verzichten können und dafür mehr Panzerschlachten gesehen. Die fand ich Bild und Tontechnisch sehr stark. Und unbeding in Originalsprache, da die Darsteller teils deutsch sprechen.
    • Aloha!

      Ein Auskundschafter läuft um ein, zwei Ecken und kehrt zurück mit der Botschaft, dass ein SS-Bataillon ganz nahe ist. Daraufhin machen die Amis noch einen auf A-Team und nehmen sich ganz viel Zeit, die sie ganz sicher nicht hätten.

      Ich würde akzeptieren, dass sie dann eine Vorhut, die sich den Panzer anschauen soll, von innen erschießen, weil diese einen leeren Panzer erwartet. Aber danach wäre es aus mit der immobilen Herrlichkeit. Entweder würde dann ein Scharfschütze die Luftholer umgehend erledigen oder eine Stabhandgranate würde einen „Kessel Buntes" erzeugen.

      Vor diesem Hintergrund, da dies später geschieht, finde ich auch merkwürdig, dass der gute Brad nur ein paar Schrammen vorweist nach gleich zwei Stabhandgranaten. Abgesehen von der Unterbodenklappe ist das ein geschlossener Raum, da dürfte das in der Realität allein ob des Druckes schon anders aussehen.

      Ich kann es jedes Mal kaum fassen, wenn hier jemand die Handlung – vor allem den Endkampf – als realistisch darstellt. Es geht hier auch nicht um Held oder Antiheld. Dieser Kriegsfilm will uns suggerieren, dass er einigermaßen authentisch ist. Das ist er aber bis auf die ersten 30 min ganz und gar nicht. Ich schaue sehr gerne Kriegsfilme, kenne entsprechend alle gängigen, so einen Humbug wie hier will einem aber keiner dieser Filme weismachen. Das geht maximal als Persiflage durch.
      Gruß Mickey

      Grundlage meiner Filmbewertungen: Abiturnotensystem 1 – 6 (15 – 0 Punkte)

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von MickeyKnox ()

    • Hallo,

      natürlich ist "Herz aus Stahl" in erster Linie ein Film, der unterhalten soll. Und umso weniger man sich mit der Materie und der Geschichte auskennt, umso besser funktioniert dieser Beitrag. Auf der anderen Seite muss man bei einem Review in diesem Genre auf solche Unzulänglichkeiten hinweisen, den viele genreaffine legen großen Wert auf eine mögliche realistische und historisch korrekte Darstellung. Deswegen habe ich dies in meinem Review entsprechend deutlich gemacht. Da dies hier aber eine Heimkinoforum und kein militärtechnisches oder -historisches Forum ist, bin ich so gut wie überhaupt nicht in erklärender Weise auf die zahllosen unzulänglichen Details eingegangen. Das würde auch ehrlich gesagt vollkommen den Rahmen sprengen.

      Ob es den in einem Kriegsfilm überhaupt Helden braucht mag ebenfalls mal dahingestellt sein? Am Ende sind alle Soldaten Verlierer und alle arme Schweine. Jeder verliert irgendwelche Kameraden und mehr oder weniger seine Menschlichkeit. Gerade in dieser Hinsicht haben die Amerikaner im letzten Jahrzehnt mit Filmen wie "Soldat James Ryan", "Der schmale Grat" oder "Letters from Iwo Jima" eigentlich die Kurve gekriegt. "Herz aus Stahl" ist aber leider ein schlimmer Rückschritt, wo aus US-Soldaten wieder Übermenschen werden und die Feinde gesichtslose Vollidioten sind.

      Das kann man so hinnehmen und sich den Film gefallen lassen, schließlich hat sich auch kein Mensch in den 50er und 60er Jahren um die dümmlichen Indianer und eine realistisches Westernbild geschert. Oder man regt sich so wie ich darüber auf und lässt sich davon den Filmgenuss trüben. Letztlich ist das wie bei allen anderen Filmen eine Frage des Geschmacks und der Präferenzen. Und ich bin froh, dass mir in meinem Leben bisher ein vollkommen realistisches Kriegsbild erspart blieb.

      Gruß
      Finch
    • rolfu schrieb:



      Zur unrealistischen Handlung: wer sagt denn, dass der Film anspruch auf Realismus hat?


      In den Extras wird doch städnig betont, wie wichtig es den Machern und Schauspielern war das der Film möglichst realistisch ist. Und wenn ich das schon extra so hervorhebe sollte es doch auch so sein. Oder sehe nur ich das so? Die Veteranen mit denen die Schauspieler Gespräche führten, haben ihnen sicher erzählen können, wie die US-Armee in der Endphase des 2. Weltkriegs vorging. Bei grösserem Widerstand wurden dann eben nicht gleich Panzer oder Infanterie vorgeschickt, sondern erst die Flieger und Artillerie eingesetzt. Die Alliierten hatten ja die Möglichkeiten dazu und wieso sollte man unnötig das Leben der eigenen Leute aufs Spiel setzen? Aber natürlich wäre eine solche Vorgehensweise als Spielfilm nicht so besonders sehenswert gewesen
    • Basinus schrieb:

      rolfu schrieb:



      Zur unrealistischen Handlung: wer sagt denn, dass der Film anspruch auf Realismus hat?


      In den Extras wird doch städnig betont, wie wichtig es den Machern und Schauspielern war das der Film möglichst realistisch ist. Und wenn ich das schon extra so hervorhebe sollte es doch auch so sein. Oder sehe nur ich das so? Die Veteranen mit denen die Schauspieler Gespräche führten, haben ihnen sicher erzählen können, wie die US-Armee in der Endphase des 2. Weltkriegs vorging. Bei grösserem Widerstand wurden dann eben nicht gleich Panzer oder Infanterie vorgeschickt, sondern erst die Flieger und Artillerie eingesetzt. Die Alliierten hatten ja die Möglichkeiten dazu und wieso sollte man unnötig das Leben der eigenen Leute aufs Spiel setzen? Aber natürlich wäre eine solche Vorgehensweise als Spielfilm nicht so besonders sehenswert gewesen


      Ich bin ganz bei Dir. Und das sich die Macher des Films angeblich vorher mit Beratern zusammengesetzt haben, konnte man auch überall lesen. Von den militärischen Aspekten einmal abgesehen ist es dem Film aber immerhin gelungen, die seelische Verrohung und Entmenschlichung von Soldaten auf beiden Seiten offenzulegen, genauso wie das beengende Gefühl eines Panzers im Gefecht. Der Rest ist Hollywood. Und mal losgelöst von den Gefechten als solche, entspricht Deine Darstellung dem der amerikanischen Vorgehensweise in den letzten Kriegsmonaten.

      Gruß
      Finch
    • Nachdem ich nun auch Fury selbst gesehen habe möchte ich mein Urteil über den Film etwas revidieren. Bis auf diese seltsame Romanze in der Kleinstadt und dem Schlußgefecht fand ich den Film schon realistisch. Das die Westalliierten nicht immer so nette und korrekte Soldaten waren, war erst kürzlich das Thema einer ZDF-Dokumentation. Und genauso wurde das in Fury auch dargestellt. Das Abschlußgefecht war dann aber schon arg überzogen und unrealistisch. Schon allein die Tatsache das ein Kommandeur zur Sicherung einer wichtigen Kreuzung nur 4 Panzer ohne Infanterie schicken würde, ist nach vielen Jahren Kriegserfahrungen ziemlich seltsam. Und Flieger hatten die Amerikaner doch genug. Die vielen Tiefflieger waren ja vor allem Jagdflieger die nichts anderes mehr zu tun hatten weil es im Prinzip keine deutsche Luftwaffe mehr gab. Und wenn 2 Handgranaten in einem Panzer explodieren, würde selbst Brad Pitt nicht mehr so ladylike aussehen :bigsmile:

      Bildmässig fand ich den Film gut. Der Ton war aber wirklich super. Irgendwie kam man sich wirklich mittendrin statt nur dabei vor. Ob eine 8,8 wirklich so ein Fluggeräusch macht weiß ich nicht. Aber in den meisten Filmen klingen alle Geschütze doch ansonsten gleich.
    • Film: 6/10

      Irgendwie habe ich dem Film eine Chance gegeben und versuchte nicht zu mäkeln. Aber a der Mitte des Films wusste ich auch nicht wo und
      was der Film zu sein scheint.
      Ist er als "Unterhaltung" zu sehen, fehlt es leider an der Dramaturgie und an einer spannenden Inszenierung. Sieht man ihn als eine Art ernster Verfilmung,
      fällt er
      auch einfach nur durch, wie einige vorher schon bemängelten.
      Da möchte ich vom Ende gar nicht reden, dass hätten die Expandables nicht besser machen können.
      Spoiler anzeigen
      Marschieren 2 Hundertschaften durchs von Alliierten besetzte Deutschland und laufen wie die Lemminge auf einen Panzer zu.
      Denen hat man vorher auch alle Waffen abgenommen, vielleicht sollte es ein Wanderschaft darstellen, haben ja auch gesungen,..... tststs.
      Außerdem wurde es von einer Einstellung zur nächsten plötzlich Nachts, die haben also stundenlang gekämpft ???, Nee sowas.


      Bild: 7/ 10

      Das Bild fand ich sehr wechselhaft, wenige Einstellung hatten sehr gute Detailwerte, aber mehrere Einstellungen, auf Gesichtern zum Beispiel, waren schlecht fokussiert oder weichgezeichnet.
      Außer wenn B.Pitt zu sehen war, wurde alles gut herausgearbeitet.
      In dunklen Szenen ist oft ein Grauschleier zu sehen, sodass nicht wirklich eine sehr gute Durchzeichnung in diesen Szenen zu sehen ist.

      Die Datenrate war, obwohl dies nicht immer ein Garant für TOP Bilder ist, nie wirklich hoch. Hier schwankte sie zwischen 15 - 25. Komischerweise war im Abspann die Rate stets über 30.

      Ton: 8,5/ 10

      Der Ton ist das Beste der 3 Kategorien, auch ist die Datenrate auch nie besonders hoch, 2-3, aber immerhin ist Alles sehr homogen und angenehm abgemischt.
      Hier verträgt sich auch eine höhere Lautstärke. Teilweise hat der Ton auch Druck, gerade bei entfernt wahrzunehmenden Einschlägen.

      Alles in Allem kann man sich den Film ansehen, hat man aber mehrere Filme auf der "Zu Sehen " Liste, kann man ihn beruhigt schieben.

      Wenn man einen ähnlichen Film sichten möchte, gibt es einen Panzerfilm, der ausschließlich im Panzer spielt, der weitaus sehenswerter ist.
      Der libanesische, französische Film spielt im Libanonkrieg 1982 und heißt: Lebanon

      Viele Grüße
      René
    • Wenn die Filmemacher bei Fury von Realität sprechen, dann vermutlich nur deshalb, weil a) die Verwahrlosung des Menschen im Krieg (und da kommen die Amis nicht besser weg, als die Deutschen) und b) gezeigt wird, was die Geschütze eines Panzers mit menschlichen Körpern anrichten. Vielmehr Inhalt kann man diesem Film eigentlich nicht entnehmen. Story so gut wie keine vorhanden, es wird sich nur auf die Action-Choreographie beschränkt. Ob man allerdings bei dieser (letztlich hirnlosen) Gemetzeldarstellung von überzeugender Arbeit sprechen kann, darf wohl bezweifelt werden.

      Für die Soundanlage ist dieser Film eine großartige Demo, der Film ist einer, den die Welt mit Sicherheit nicht braucht.

      Film ... überflüssig

      Bild ... 8/10

      Ton ... 9/10 (engl. DTS HD)
      A life without regrets is not funny.
    • Heute Morgen war es dann bei uns soweit und wir haben uns "Fury - Herz aus Stahl" angesehen.

      Ich las auch die Kiritiken hier im Forum und kann mich den Meinungen von Mickey und Finch durchweg anschließen

      - Guter Anfange
      - schwache Mitte
      - schwachsinniges Ende

      die Gründe dafür sind weiter oben schon aufgezählt. Allein die farbliche Kennzeichnung der Schüsse hat mich permanent an Star Wars erinnert...bezweifele das doch sehr stark.

      Spoiler anzeigen
      Die Szene mit der Handgranate am Ende, in der Brad Pitt noch in einem Stück im Panzer sitzt empfand ich nahezu als lächerlich


      Irgendwo habe ich auch einen Slogan wie "Einer der besten Kriegsfilme nach "Platoon" und "Der Soldat James Ryan"" gesehen....diesen Film auch nur im gleichen Atemzug mit einem der anderen beiden zu nennen ist schon fast eine Frechheit.

      Gegen Bild und Ton ist nichts auszusetzen und auch das hat diesen Film gerettet, dass ich ihn mir bis zum Ende angesehen habe.

      Film: 4/10
      Bild und Ton: 8/10
    • HERZ AUS STAHL

      HERZ AUS STAHL


      4K-Blu-ray


      Film: 8/10 Punkte
      Während des 2. Weltkrieges erobert eine Panzerbesatzung der US Army Stadt um Stadt in Deutschland.
      Neben zahlreichen Gefechten wird der menschlichen Komponente relativ viel Zeit eingeräumt, so dass sich dieser Film wohltuend vom Kriegs-Allerlei abhebt.

      4K-Bild: 10/10 Punkte
      Die Version auf der 4K-Blu-ray hebt sich in jeder Sekunde deutlich sichtbar von der bereits sehr guten Full-HD-Fassung ab. Gesichter erscheinen plastischer, so dass Falten und Dreck in den Gesichtern noch klarer herausgeschält werden. Bäume, Sträucher, Gebäude und Matsch sind noch detailreicher und dunkle Szenen noch besser durchgezeichnet.

      Ton: 10/10 Punkte
      Der Dolby-Digital-Mix auf der 4K-Blu-ray klingt druckvoller und hat einen erheblich höheren Dynamikumfang gegenüber der komprimierten DTS-Version auf der Full-HD-Fassung. Während beim Überflug der US-Kampfflugzeuge in der 4K-Version der Fußboden buchstäblich wackelt, gibt die Full-HD-Fassung nur ein druckloses "Wusch" wieder. Auch Schüsse und Explosionen bieten einen viel größeres Spektrum, Stimmen tönen voluminöser und Musik schlichtweg räumlicher. Während der finalen Schlacht tönt die Full-HD-Fassung im Vergleich geradezu langweilig, während die 4K-Blu-ray den Krieg scheinbar direkt ins Heimkino transportiert. Was für ein geiler Mix!

      Fazit:
      Das Update von der Blu-ray auf die 4K-Blu-ray hat sich für mich wirklich gelohnt - nicht nur in Bezug auf das Bild, sondern auch auf den Ton, der deutlich hörbar mehr Dynamikumfang besitzt und erheblich druckvoller klingt.
      Gruß
      George Lucas

      Mein HEIMKINO
      Lumière, 12 Plätze, 60 m³, Projektor: JVC DLA-NZ8, Leinwand: Screen Research ClearPix Ultimate Weiß, Lautsprecher: JBL 3678 (Front), KCS SR-10A (Surrounds/Top), KCS C -218-A THX (SUB), Receiver: Marantz SR7011, 4K-Player: Sony UBP-X800, Panasonic DP-UB824, Endstufen: 4x Crown XLS 402D, 1x Liker BST 930,
    • Herz aus Stahl (2014)

      FSK 16, 134 min


      Aloha,

      dieses Mal kam ich mit dem Panzerkampf zu Anfang bis zum Dialog beim Essen ganz gut klar. Es ist nicht besonders ergreifend, aber auch nicht schlecht anzuschauen – vor allem technisch.

      Die letzten 40 min muss man dann aber ausklammern. die werten den Streifen massiv ab. Dazu schrieb ich oben schon genug.

      Film: 3+
      Ton: 2
      Bild: 2-
      Gruß Mickey

      Grundlage meiner Filmbewertungen: Abiturnotensystem 1 – 6 (15 – 0 Punkte)
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