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Hallo,
hier mal wieder ein neuer Beitrag aus dem Kriegsgenre. Die Blu-ray ist ab dem 07.05. im Handel, für das Review wurde mir vorab ein Probeexemplar zur Verfügung gestellt.
Film: April 1945, der 2. Weltkrieg ist fast zu Ende. In den letzten Kriegstagen muss sich Brad Pitt als Kommandant eines Sherman-Panzers auf deutschem Boden mit den Resten der noch kämpfenden deutschen Soldaten auseinandersetzen...
"Fury - Herz aus Stahl" ist ein im Grunde fesselnder, schonungsloser und actionreicher Kriegsfilm, der vieles richtig macht. Insbesondere von den Effekten her und in atmosphärischer Hinsicht vermag der Genrebeitrag zu überzeugen. Leider versagt der Film jedoch auf ganzer Linie hinsichtlich Realismus und Korrektheit, was diverse historische und militärische Aspekte angeht. Nachdem die US-Beiträge dieses Genre in den letzten Jahren um eine gewisse Ausgeglichenheit und mehr Realismus bemüht waren, reduziert sich "Fury - Herz aus Stahl" auf ein uraltes Hollywood-Muster, das wir so eigentlich schon aus den Cowboy und Indianerfilmen kennen. Die US-Soldaten (früher die Cowboys oder Kavalleristen) sind die übermenschlichen Helden, die deutschen sind nichts weiter als gesichtsloses Kanonenfutter (früher die Indianer), das vom Kriegshandwerk nicht zu verstehen scheint. Selbst ein ganzes SS-Bataillon ist nicht in der Lage einen bewegungsunfähigen US-Panzer ohne jeglichen Begleitschutz von Infanterie auszuschalten. Da kommt über den stundenlang dauernden Kampf keiner auf die Idee den Panzer von der Seite oder von hinten anzugreifen, stattdessen greifen die deutschen Soldaten immer wieder die mit MGs geschützte Vorderseite des Panzers an. Panzerfäuste oder Scharfschützengewehre werden nur zum dramaturgisch richtigen Zeitpunkt eingesetzt und dann natürlich auch noch falsch. Und wenn man dann doch mal zu einer der Luken des Panzers vordringt, dann schaut man erst einmal mal in den Panzer hinein, statt die Besatzung sicherheitshalber mit einer Granate auszuschalten. Die Liste lässt sich beliebig fortsetzen, in diesem lange andauernden Finale ist so ziemlich alles und jede Einstellung unkorrekt. Davor kommt es noch zu einem Panzerkampf, bei denen vier Sherman-Panzer gegen einen deutschen Tiger-Panzer antreten. Diese Kampfszene ist zwar ebenfalls spektakulär in Szene gesetzt und nett anzuschauen, jedoch aus militärkampftechnischer Sicht vollkommener Unfug, ohne hier auf die zahlreichen Details einzugehen. All diese Aspekte spielen keine Rolle, wenn man den Film als reinen Action- oder Unterhaltungsfilm betrachtet. Wenn man aber von diesem Genre eine gewisse militärische und historische Genauigkeit erwartet, dann lässt der Film so ziemlich nichts aus, um einen zu enttäuschen.
Losgelöst von diesen beiden zentralen Kampf- und Actionszenen ist der Film bemüht, den Krieg von seiner unmenschlichen und realistischen Seite her zu zeigen. Dabei zeichnet er ein eher melancholisches Bild, bei dem die Amerikaner nicht unbedingt als saubere Helden dargestellt werden (u.a. Erschießung von Gefangenen), was dem Film in den USA einiges an Kritik eingebracht hat. In diesem unmenschlichen Umfeld mit Bibelsprüchen, Kriegswahnsinn und menschlicher Verwahrlosung funktioniert der Film von der humanen Seite her ganz gut, was sicherlich auch an den soliden Darstellern liegt. Neben Brad Pitt, sitzen u.a. auch Shia LeBeouf, Michael Peña und Logan Lerman im Panzer. Doch leider verrennt sich der Film auch hier allzu oft in Klischees. Höhepunkt ist dabei sicherlich (Achtung Spolier) die kurze Liebesgeschichte eines deutschen Mädchens, die sich nach zwei Minuten in ihren vormaligen Feind verliebt und dann fünf Minuten später von der eigenen deutschen Fern-Artillerie in ihrem Wohnhaus weggepustet wird. Solche Szenen sind schlichtweg überflüssig.
Alles in allem lässt sich der Film in zwei Hälften einteilen. In der ersten Hälfte werden Szenerie und Charaktere verheißungsvoll eingeführt und auch die Atmosphäre vermag zu überzeugen. Die zweite Hälfte gehört dann den beiden großen Kampfszenen, die nach altem Hollywood-Muster actionreich und heldenhaft abgespult werden, sich dabei jedoch fernab jeglicher Logik und Realismus bewegen.
Bild: Die Bildqualität der Blu-ray sieht einfach gut aus und überzeugt mit einer durchweg hervorragenden Bildschärfe. Beeindruckend ist auch die Darstellung von Details und feinen Texturen. Nur im letzten Gefecht verschwinden einige Details in dem Mix aus Dunkelheit und Rauchgranaten, was in diesen Momenten aber dramaturgisch so gewollt ist. Die Farben sind insgesamt etwas gedämpfter, wie das bei Kriegsfilmen so üblich ist. Die ausgewogenen Kontraste sorgen für ein schön plastisches Bild. Auffällige Bildfehler lassen sich nicht ausmachen.
Ton: Die Blu-ray ist jeweils mit einer deutschen und einer englischen 5.1 DTS-HD MA Tonspur ausgestattet. In der englischen Originalfassung werden auch einige Passagen in Deutsch gesprochen, vor allem dann wenn Brad Pitt als Kommandant mit der deutschen Bevölkerung oder Gefangenen spricht. Unabhängig davon macht das Original in technischer Hinsicht einen guten und kraftvollen Eindruck. Die Kampfszenen werden genauso dynamisch wie präzise und räumlich dargestellt. Die zahlreichen Surroundeffekte und Umgebungsgeräusche sorgen für eine realistische und stimmungsvolle Atmosphäre. Die Dialoge sind in der Regel gut zu verstehen, während die Panzer in Bewegung sind, muss man aber manchmal schon genau hinhören.
Fazit: Als reiner Action- und Unterhaltungsfilm vermag "Fury - Herz aus Stahl" durchaus aufgrund der seiner Atmosphäre, der Effekte und seiner ordentlichen Darstellerleistungen zu überzeugen. Wer bei einem Kriegsfilm jedoch einen gewissen Wert auf Realismus und historische Korrektheit legt, der wird hier ein ums andere Mal seine Probleme haben. Von daher ist dieser Kriegsfilm sicherlich ein Genrebeitrag mit ambivalenter Wahrnehmung.
Film: 6/10 (IMDb 7,7/10)
Bild: 9,5/10
Ton: 8,5/10
Projektor: Sony VPL VW 60
Blu-ray: Panasonic DMP-BDT 500
Leinwand: DaVision Cadre light 240cm 16:9
Audio: Denon AVC-A 1 SE / Boxen: Jamo Two THX-D6 (7.1)
Raum: Vollständig dunkelblaues Heimkino (7x4 m)
Hallo,
hier mal wieder ein neuer Beitrag aus dem Kriegsgenre. Die Blu-ray ist ab dem 07.05. im Handel, für das Review wurde mir vorab ein Probeexemplar zur Verfügung gestellt.
Film: April 1945, der 2. Weltkrieg ist fast zu Ende. In den letzten Kriegstagen muss sich Brad Pitt als Kommandant eines Sherman-Panzers auf deutschem Boden mit den Resten der noch kämpfenden deutschen Soldaten auseinandersetzen...
"Fury - Herz aus Stahl" ist ein im Grunde fesselnder, schonungsloser und actionreicher Kriegsfilm, der vieles richtig macht. Insbesondere von den Effekten her und in atmosphärischer Hinsicht vermag der Genrebeitrag zu überzeugen. Leider versagt der Film jedoch auf ganzer Linie hinsichtlich Realismus und Korrektheit, was diverse historische und militärische Aspekte angeht. Nachdem die US-Beiträge dieses Genre in den letzten Jahren um eine gewisse Ausgeglichenheit und mehr Realismus bemüht waren, reduziert sich "Fury - Herz aus Stahl" auf ein uraltes Hollywood-Muster, das wir so eigentlich schon aus den Cowboy und Indianerfilmen kennen. Die US-Soldaten (früher die Cowboys oder Kavalleristen) sind die übermenschlichen Helden, die deutschen sind nichts weiter als gesichtsloses Kanonenfutter (früher die Indianer), das vom Kriegshandwerk nicht zu verstehen scheint. Selbst ein ganzes SS-Bataillon ist nicht in der Lage einen bewegungsunfähigen US-Panzer ohne jeglichen Begleitschutz von Infanterie auszuschalten. Da kommt über den stundenlang dauernden Kampf keiner auf die Idee den Panzer von der Seite oder von hinten anzugreifen, stattdessen greifen die deutschen Soldaten immer wieder die mit MGs geschützte Vorderseite des Panzers an. Panzerfäuste oder Scharfschützengewehre werden nur zum dramaturgisch richtigen Zeitpunkt eingesetzt und dann natürlich auch noch falsch. Und wenn man dann doch mal zu einer der Luken des Panzers vordringt, dann schaut man erst einmal mal in den Panzer hinein, statt die Besatzung sicherheitshalber mit einer Granate auszuschalten. Die Liste lässt sich beliebig fortsetzen, in diesem lange andauernden Finale ist so ziemlich alles und jede Einstellung unkorrekt. Davor kommt es noch zu einem Panzerkampf, bei denen vier Sherman-Panzer gegen einen deutschen Tiger-Panzer antreten. Diese Kampfszene ist zwar ebenfalls spektakulär in Szene gesetzt und nett anzuschauen, jedoch aus militärkampftechnischer Sicht vollkommener Unfug, ohne hier auf die zahlreichen Details einzugehen. All diese Aspekte spielen keine Rolle, wenn man den Film als reinen Action- oder Unterhaltungsfilm betrachtet. Wenn man aber von diesem Genre eine gewisse militärische und historische Genauigkeit erwartet, dann lässt der Film so ziemlich nichts aus, um einen zu enttäuschen.
Losgelöst von diesen beiden zentralen Kampf- und Actionszenen ist der Film bemüht, den Krieg von seiner unmenschlichen und realistischen Seite her zu zeigen. Dabei zeichnet er ein eher melancholisches Bild, bei dem die Amerikaner nicht unbedingt als saubere Helden dargestellt werden (u.a. Erschießung von Gefangenen), was dem Film in den USA einiges an Kritik eingebracht hat. In diesem unmenschlichen Umfeld mit Bibelsprüchen, Kriegswahnsinn und menschlicher Verwahrlosung funktioniert der Film von der humanen Seite her ganz gut, was sicherlich auch an den soliden Darstellern liegt. Neben Brad Pitt, sitzen u.a. auch Shia LeBeouf, Michael Peña und Logan Lerman im Panzer. Doch leider verrennt sich der Film auch hier allzu oft in Klischees. Höhepunkt ist dabei sicherlich (Achtung Spolier) die kurze Liebesgeschichte eines deutschen Mädchens, die sich nach zwei Minuten in ihren vormaligen Feind verliebt und dann fünf Minuten später von der eigenen deutschen Fern-Artillerie in ihrem Wohnhaus weggepustet wird. Solche Szenen sind schlichtweg überflüssig.
Alles in allem lässt sich der Film in zwei Hälften einteilen. In der ersten Hälfte werden Szenerie und Charaktere verheißungsvoll eingeführt und auch die Atmosphäre vermag zu überzeugen. Die zweite Hälfte gehört dann den beiden großen Kampfszenen, die nach altem Hollywood-Muster actionreich und heldenhaft abgespult werden, sich dabei jedoch fernab jeglicher Logik und Realismus bewegen.
Bild: Die Bildqualität der Blu-ray sieht einfach gut aus und überzeugt mit einer durchweg hervorragenden Bildschärfe. Beeindruckend ist auch die Darstellung von Details und feinen Texturen. Nur im letzten Gefecht verschwinden einige Details in dem Mix aus Dunkelheit und Rauchgranaten, was in diesen Momenten aber dramaturgisch so gewollt ist. Die Farben sind insgesamt etwas gedämpfter, wie das bei Kriegsfilmen so üblich ist. Die ausgewogenen Kontraste sorgen für ein schön plastisches Bild. Auffällige Bildfehler lassen sich nicht ausmachen.
Ton: Die Blu-ray ist jeweils mit einer deutschen und einer englischen 5.1 DTS-HD MA Tonspur ausgestattet. In der englischen Originalfassung werden auch einige Passagen in Deutsch gesprochen, vor allem dann wenn Brad Pitt als Kommandant mit der deutschen Bevölkerung oder Gefangenen spricht. Unabhängig davon macht das Original in technischer Hinsicht einen guten und kraftvollen Eindruck. Die Kampfszenen werden genauso dynamisch wie präzise und räumlich dargestellt. Die zahlreichen Surroundeffekte und Umgebungsgeräusche sorgen für eine realistische und stimmungsvolle Atmosphäre. Die Dialoge sind in der Regel gut zu verstehen, während die Panzer in Bewegung sind, muss man aber manchmal schon genau hinhören.
Fazit: Als reiner Action- und Unterhaltungsfilm vermag "Fury - Herz aus Stahl" durchaus aufgrund der seiner Atmosphäre, der Effekte und seiner ordentlichen Darstellerleistungen zu überzeugen. Wer bei einem Kriegsfilm jedoch einen gewissen Wert auf Realismus und historische Korrektheit legt, der wird hier ein ums andere Mal seine Probleme haben. Von daher ist dieser Kriegsfilm sicherlich ein Genrebeitrag mit ambivalenter Wahrnehmung.
Film: 6/10 (IMDb 7,7/10)
Bild: 9,5/10
Ton: 8,5/10
Projektor: Sony VPL VW 60
Blu-ray: Panasonic DMP-BDT 500
Leinwand: DaVision Cadre light 240cm 16:9
Audio: Denon AVC-A 1 SE / Boxen: Jamo Two THX-D6 (7.1)
Raum: Vollständig dunkelblaues Heimkino (7x4 m)
